Linke Projekte: Bolivarischer Zirkel in Wien
Wir – das sind Venezolaner und ÖsterreicherInnen – haben uns während und nach den Tagen des versuchten Putsches gegen den demokratisch gewählten Präsidenten der Bolivarischen Republik Venezuela zusammengefunden.

Am Anfang stand tiefe Betroffenheit, dass wieder einmal ein emanzipatorisches Projekt – wie schon viel zu oft in Lateinamerika – zu Fall gebracht werden sollte. Und dann die riesige Freude, als wir nach ein, zwei Tagen erfuhren, dass der Großteil der venezolanischen Bevölkerung im ganzen Land sich wehrte und gemeinsam mit den loyalen und verfassungstreuen Militärs den Putsch niederschlug, Präsident Chávez wieder in sein verfassungsmäßiges Amt zurückkehrte und sich der bolivarische Veränderungsprozess weiterentwickelt. Seither treffen wir uns regelmäßig und sehen unsere Aufgabe vor allem darin, mit Informationsarbeit – Diskussionsabende, Veranstaltungen, Übersetzung venezolanischer Materialien – den über die Medien weltweit verbreiteten Entstellungen und Diffamierung des venezolanischen Umgestaltungsprozesses entgegenzuwirken.
In unseren Zusammenkünften beschäftigen wir uns mit den seit drei Jahren stattfindenden gesellschaftlichen Entwicklungen in Venezuela. Es stellen sich viele Fragen: Worin besteht die in der Verfassung verankerte partizipative Demokratie, wie wird sie konkret gelebt und was können wir aus diesen Erfahrungen an demokratiepolitischen Forderungen ableiten? Was hat sich geändert in Bereichen wie z.B. Frauen-, Bildungs- und Gesundheitspolitik, im öffentlichen Sektor, in Bezug auf die Rechte der indigenen Völker und der Landlosen? Worin besteht die verfassungsmäßig festgelegte verantwortungsvolle Nutzung der Naturreichtümer? Welche Möglichkeiten hat das bolivarische Venezuela, sich mit seinem auf eine solidarischere und gerechtere Wirtschaftsordnung orientierten Projekt aus dem Würgegriff des vom US-Imperialismus dominierten Wirtschaftmodells zu befreien? Wie entwickelt sich die Auseinandersetzung gegen die venezolanische Oligarchie, die unversöhnlich, putschistisch und offen verfassungsfeindlich geworden ist? Warum die Bezeichnung „Bolivarische Revolution“? Worin besteht das Projekt der lateinamerikanischen Integration? Welche Bedeutung haben die Veränderungen und Perspektiven in Venezuela für Lateinamerika und als Gegenkonzept zum neoliberalen Kapitalismus für die weltweite Bewegung der GlobalisierungsgegnerInnen?
Wir möchten alle, die sich mit dem revolutionären Prozess eingehender beschäftigen bzw. bei uns mitarbeiten wollen, einladen, mit uns Kontakt aufzunehmen. Allerdings haben wir bis jetzt kein „Vereinslokal“ und damit keine Postadresse oder Telefon, sind aber über e-mail erreichbar.
Kontakt: cb-viena@hotmail.com
Unitat 3/02 | Global gegen neoliberalII
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